Ein Tag im Zentrum von Lima

Bevor wir am Montagmorgen die Schneiderei von Marlita besuchten kam Pastor Jorge vorbei und brachte uns in Vorbereitung auf das Treffen das Heft “Neues Leben in Christus”. Diese Step-by-Step Anleitung – Lektion 12 Familie – sollten wir uns bitte angucken.

Etwas verwirrt nahm jeder ein Heft und wir sahen uns besagte Lektion 12 an. Unter dem Thema “Meine Familie” wurden gefordert, aus angegebenen Bibelstellen die Gebote für Ehemänner, Ehefrauen und Kinder herauszusuchen. Desweiteren wurden Gottes Plan für die Familie erörtert und Denkanstöße zur eigenen Situation gegeben (Familie nicht christlich, unverheiratetes Zusammenleben, Ehebruch, …).

Während wir begleitet von Jorge und ein paar Gemeindemitgliedern mit dem Bus in die Innenstadt fuhren, guckten wir uns das Heft etwas genauer an. Viele Texte wirkten eher befremdlich auf uns und sie machten uns deutlich, dass unserer Partnergemeinde doch teilweise einen etwas anderen – viele würden es vermutlich als konservativeren bezeichnen – Standpunkt besitzt als wir.

Die Schneiderei befindet sich in einem großen Gebäude mit mehreren Etagen (vermutlich um die 10 Etagen). In einzelnen Parzellen wird unten Kleidung verkauft, während in den darüberliegenden Stockwerken größtenteils nur noch Produkte (Schmuck, Kleidung, …) hergestellt werden. Nur ab und zu befindet sich zwischen den Werkstätten noch ein Geschäft.

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Beispiel einer anderen Nähparzelle.

In der Werkstatt von Marlita waren 9 Arbeiter anwesen, darunter Franco, sie selbst, ihr Mann, und noch viele weitere ihrer Verwandten. Weitere Arbeiter hätten heute laut Marlita frei. Wir befanden uns in dem Bereich, in dem die Teile zugeschnitten und bedruckt werden. Anhand einer Maschine erklärte Marlita uns, wie man ein entsprechendes Logo aufdrucken könne.

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Marlita erklärt uns wie Logos aufgedruckt werden.

Nachdem sich alle vorgestellt hatten, began Pastor Jorge mit seiner Lektion. Hierzu bat er uns, die mitgebrachten Hefte und die Bibeln herauszuholen. Auch die Mitarbeiter in der Werkstatt hatten jeweils ein eigenes Heft – natürlich entsprechend auf Spanisch. Nach und nach wurden so die Punkte durchgegangen und das “korrekte” Verhalten beschrieben. Auch den Paaren, die gemeinsam in der Werkstatt arbeiteten, wurden praktische Tipps zum Umgang in der christlichen Ehe gegeben. Leider wurde dabei nur der Anfang der Lektion erarbeitet, während gerade das Ende mit den Beschreibungen der persönlichen Situation ein großes Interesse bei uns hervorgerufen hatte, da es unserem Standpunkt manchmal nicht enspricht.

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Pastor Jorge spricht über die Step-by-Step Anleitung zum Christsein – Lektion 12 Familie.

Nach der Lektion wurden wir mit Gebäck und Getränken versorgt. Anschließend gingen wir ein paar Stockwerke tiefer und begutachteten dort die Maschinen, die Logos auf die Kleidung sticken. Ein Mitarbeiter zeigte uns anhand eines Stoffstückes, wie dieses nun von Adidas kommen würde.

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Die Logostickmaschinen.
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Unserer eigenes Adidas Stoffstück.

Vermutlich ist es eine nette Verbindung eine Maschine zu haben, die über jede Konkurrenz hinweg Adidas, Nike, Puma und noch viele Marken mehr “produzieren” kann.

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Die Mitarbeiter und unsere Delegation.

Plötzlich bemerkten wir wie schnell die Zeit vergangen war und mussten uns sehr beeilen, um noch rechtzeitig um 12 Uhr am wenige Blöcke entfernten Regierungspalast zu sein. Dort sollte um 12 der Wachwechsel sein, der jeden Tag nur um diese Zeit stattfindet.
Als wir nun auf dem Weg zu diesem waren, berichtete Marlita uns, dass sie in diesem Geschäft – sie zeigte auf die andere Straßenseite – ihre hergestellten Sachen verkaufen würde.

Mehr oder weniger pünktlich – je nach dem wie motiviert man sich beeilt hatte – kamen wir am Tor an. Leider mussten wir etwas Abstand zum Gitter halten, aber dennoch war der Wachwechsel selbst gut zu betrachten. Zwei Gruppen von Soldaten kamen aus zwei verschiedenen Toren des Palastes, liefen einmal quer über den Hof und kamen im anderen Tor wieder in den Palast.
Was sich hier so einfach anhört war eine Choreografie aus synchronisierten, von der Soldatenkapelle begleitetem Beinheben und Strecken, Fahnen ausstrecken und wieder heben. So dauerte dieses pompöse Schauspiel an die 30 Minuten.

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Der Wachwechsel am Regierungspalast.

Direkt neben dem Palast befindet sich die Kathedrale von Lima. In ihr ist auch das Museum der religösen Kunst ansäßig, welches wir im Anschluss an den Wachwechsel besuchten.
Die Ausstellungsstücke stellen teilweise verschiedenst verzierte Seitenaltäre, aber auch Gemälde, Chorbücher, Figuren und sogar verschiedenste Arten von Kleidung, die Päpste auf ihren Besuchen in Lima trugen.

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Die Kathedrale von Außen.
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Unserer Reisegruppe vor der Kathedrale.
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Das Mittelschiff der Kathedrale von Innen.

Nach einer Mittagspause in einem Restaurant um die Ecke – das vermutlich vom deutschen Veterinäramt sofort geschlossen worden wäre- gingen wir weiter zu der Kirche und dem Konvent San Francisco.
Diese umfassen ein weiteres Museum, welches neben verschiedensten Gemälden und Statuen auch Katakomben enthält, in der nach einer schlimmen Seuche in Lima 25.00 Menschen begraben und ihre Gebeine später symetrisch angeordnet wurden.

Kurz nach dem Besuch dieses Museums machten wir uns auf um eine Post zu suchen. Mareike und Sophia hatten Postkarten geschrieben und wollte diese nun abschicken. Als auch das erledigt war (die Post war zwar schwer zu finden, aber Dorothea erinnerte sich von ihrem letzten Besuch noch daran) gingen wir weiter zu einem Kunstmarkt. Auch hier gab es wieder jene Parzellenstruktur, die es schon so häufig gab. In den verschiedenen kleinen Geschäften wurden Souveniers, Kunstarbeiten, Schmuck und viele Produkte vom Alpaka verkauft.

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In diesem Geschäft wurden verschiedenste Produkte aus der Wolle/dem Fell des Alpakas verkauft.

Nachdem unser Einkaufsbummel beendet war, fuhren wir zurück zu Evelia und verbrachten dort den Rest des Abends.

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